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Polnische LGBTI-Aktivistin von Polizei festgenommen

2020-07-15|09:47 · von Redaktion

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(c)Stop Bzdurom

Am Dienstag wurde in einer Aktion, die an die stalinistischen Festnahmen der Vergangenheit erinnern, eine polnische LGBTI-Aktivistin von der Polizei in ihrer Wohnung festgenommen und abgeführt. Malgorzata S. sei dabei ohne Schuhe und vollständiger Begleitung mitgenommen worden. Die Beamten hatten sich auch nicht ausgewiesen, oder den Grund der Festnahme genannt.

 

Über Stunden war der Verbleib von Malgorzata S. unbekannt, erst zwei linke Parlamentsabgeordnete konnten schließlich herausfinden, dass sie in der Bezirksanwaltschaft zu einer Befragung gebracht worden war. Sie habe dabei rechtsanwaltschaftlichen Beistand gehabt. Ihr wird vorgeworfen, gemeinsam mit Mitgliedern der Gruppe "Stop Bzdurom" (Stoppt den Unsinn) einen Bus mit homohoben Hassschriften gestoppt und diesen dann angegriffen zu haben. So sind Spiegel, Reifen und an dem Bus angebrachte Plakate zerstört worden. Es kam auch zu Handgrifflichkeiten zwischen den Aktivist*innen, dem Fahrer und Passat*innen.

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2020-07-15|09:47 · von Redaktion

Die Art der Festnahme von S. hatte in sozialen Medien große Unruhe hervorgerufen. So kontroversiell die Art der Aktion ist, so verständlich zeigten sich User auf Social Media über die Anklage selbst - Vandalismus sei abzulehnen. Dass der Bus mit seinen Hassbotschaften, trotz mehrfacher Anzeigen, ungestört durch polnische Städte fahren konnte, ist eine andere Geschichte.

 

Die Festnahme folgt im Schatten der Wiederwahl von Präsident Andrzej Duda, der im Wahlkampf auf homophobe Ansagen zurückgegriffen hatte. LGBTI-Aktivist*innen warnten bereits vor ansteigenden Übergriffen. Davor hatten sich rund 100 polnische Gemeinden und Städte als „LGBT-Ideologie-freien Zone“ deklariert.

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