Gutaussehende Jobbewerber haben es leichter, verdienen mehr und sind schlussendlich signifikant weniger arbeitslos, so die Ergebnisse einer Studie der Leuphana Universität Lüneburg. Die Attraktivität eines Menschen lässt auch Rückschlüsse auf die Produktivität in seinem Beruf zu, so die Wissenschaftler.

Für die Studie haben die Forscher rund um den Lüneburger Wirtschaftswissenschaftler Dr. Christian Pfeifer Daten von rund 3.000 Personen ausgewertet. Die Angaben stammen aus der sogenannten »Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften« (ALLBUS), bei der regelmäßig alle zwei Jahre Männer und Frauen in Deutschland zu ihrem Gehalt und Beschäftigungsstatus befragt werden. Außerdem halten die Interviewer fest, wie attraktiv sie (aus ihrer ganz subjektiven Warte) ihren Gesprächspartner finden. Dabei können sie bis zu 11 Punkte vergeben.
Dr. Christian Pfeifer hat jetzt die Daten verglichen und zueinander in Beziehung gesetzt. Es zeigte sich deutlich, dass »schon ein einziger Attraktivitäts-Punkt mehr im Schnitt die Beschäftigungs-Wahrscheinlichkeit um 3 Prozentpunkte erhöht«, so der Wirtschaftswissenschaftler. Und weiter: »Fünf Punkte mehr – das ist etwa der Unterschied zwischen Dutzendgesicht und ausgesprochener Schönheit – helfen bei der Stellensuche genauso viel wie ein Uni-Abschluss.«
Auch bei der Bezahlung liegen attraktive Menschen klar im Vorteil. Pro Attraktivitäts-Punkt steigt das Monatsgehalt im Schnitt um 3 Prozent. Bei Männern würde sich der »Attraktivitätsbonus« noch stärker auswirken, so Pfeifer. Ein deutlicher Gehaltsknick nach unten war bei Männern mit sehr wenig attraktivem Äußeren festzustellen.
Warum sich das Äußere eines Menschen so gravierend auf seine Karriere auswirkt, können die Wissenschaftler nur vermuten. »Vielleicht machen gutaussehende Menschen beim Vorstellungs-Gespräch einfach einen besseren Eindruck. Sie kommen sympathischer rüber. Das muss dem zukünftigen Chef gar nicht bewusst sein – er denkt möglicherweise, er habe nur nach der Kompetenz der Bewerber entschieden«, so Pfeifer. Attraktivität wäre dann also eine Art »Eintrittskarte«, die vor allem beim ersten Eindruck wirkt.
Der Wirtschaftswissenschaftler weist darauf hin, dass attraktive Menschen auch produktiver sind, da sie im Job mit ihrem Selbstbewusstsein punkten können. Die Ergebnisse der Studie erscheinen demnächst in den Applied Economics Letters.