Eine Studie aus den USA legt nahe, dass die Einführung der schwulen Ehe gesünder macht. Eine Statistik aus Massachusetts zeigt, dass 13 Prozent Homosexuelle weniger Ärzte in jenen Gebieten aufsuchten, seit die Ehe für Schwule und Lesben dort geöffnet wurde.

2002 bis 2004 wurden im Auftrag der Columbia University 1.200 Schwule Männer in Massachusetts befragt und ihre Daten anonymisiert erhoben. Vorrausschickend muss gesagt werden, dass Massachusetts im Jahr 2003 der erste US Bundesstaat war, der die Gleichbehandlung von Homosexuellen im Eherecht festgeschrieben hat.
Ziel der Studie war festzustellen, ob und welchen Einfluss dieser Umstand auf die allgemeine Gesundheit von Homosexuellen hat. Und erstaunlicher Weise ergab sich, dass wirklich bis zu 13 Prozent weniger Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte registriert wurden.
Die Statistiken der Krankenanstalten haben besonders einen Rückgang der Blutdruckerkrankungen und depressiven Störungen festgestellt. 14 Prozent weniger Kosten seien dem Gesundheitssystem dadurch in diesem Bereich entstanden.
Es ist allerdings besonders bemerkenswert, dass auch schwule Singles anscheinend gesünder seien als noch vor der Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare. Das wird auf den verminderten Stress dieser Bevölkerungsgruppe durch die öffentliche Anerkennung innerhalb der Gesellschaft zurückgeführt. Schon andere Studien haben den Zusammenhang zwischen einer liberalen Gesetzgebung und dem Rückgang stressbedingter Krankheiten festgestellt.
Allerdings sind nicht alle mit dieser Deutung der Ergebnisse einverstanden. Aktivistenverbände in den USA gaben auch folgendes zu bedenken: 2003 und 2004 waren wirtschaftlich schwere Zeiten und es wäre auch möglich, dass einfach deswegen weniger Schwule ärztliche Hilfe in Anspruch genommen haben, weil sie sich das Geld sparen oder den Arztbesuch schlicht nicht hätten leisten können. Entsprechende Informationen wären aus den Studien nicht abzulesen, da sie nicht abgefragt wurden.
Unbestritten ist allerdings, dass das Umfeld einen Einfluss auf die Lebensqualität von LGBT-Personen hat. So ist bewiesen, dass Selbstmorde aus Gründen der Homosexualität in einem liberalen Lebensumfeld wesentlich seltener vorkommen, als in einem konservativen Lebenskreis
(Gayboy.at berichtete).