Als Außenseiterin hat Christine Hödl »Die Große Chance« (»DGC«) völlig überraschend gewonnen und plauderte jetzt in einem Interview über ihr neues Leben und was sich geändert hat. Seit dem sie sich gegen Conchita Wurst und Nina Gartler im Finale der Castingshow durchgesetzt hat, hat ihr Leben eindeutig an Fahrt aufgenommen. Ein Album wurde bereits aufgenommen, Fotoshootings absolviert und reihenweise Interviews für Fernsehen, Zeitungen und Radio wurden gegeben.

Nun ist Zeit etwas durchzuatmen und sich auf den ersten Liveauftritt im Wiener Chelsea vorzubereiten. Am gleichen Tag, dem 16.12., erscheint auch das erste Album »Pure«. Nun gab Christine Hödl dem Onlinemagazin »Relevant« ein Interview zu den Themen Familie, Homosexualität, Erfolg, DGC und Arbeit.
Castingshows: Bereits vor fünf Jahren hatte sie bei »Starmania« einen Anlauf versucht und war bereits in der ersten Runde gescheitert. Das hatte sie an ihrem Talent als Musikerin zweifeln lassen und sie hatte sich sogar kurzfristig aus dem Musikleben zurückgezogen, so Hödl im Interview. Glücklicherweise hat sie sich aber doch noch einmal aufgerafft und es »halt probiert!« – ihre Frau musste sie allerdings erst dazu überreden, wofür sie heute sehr dankbar ist.
DGC: Die Verstimmungen mit dem ORF kurz nach der Show sind Geschichte. Das Geld ist auf dem Konto, wie sie lachend erzählt. Aber so richtig verarbeitet hätte sie das Ganze doch noch nicht, vieles komme ihr vor wie ihm Traum, manches, vor allem der Termindruck sei aber eher alptraumhaft.
Auch sei die ganze Staffel harte Arbeit gewesen. »Es war aber auch mit sehr viel Arbeit verbunden, es war mehr als einfach auf die Bühne zu gehen und ein Liedchen zu trällern.« Meinte sie darauf angesprochen. Auf die Frage wen sie denn als Favoriten gesehen hätte denkt sie kurz nach: »Da hätte ich fix mit Valerian Kapeller gerechnet. Aber ich hätte den Sieg natürlich jedem gegönnt!«, antwortet sie diplomatisch. Dass der Erfolg aber keine Zeit mehr für ihre Familie lassen würde, würde sie nicht zulassen.

Homosexualität: Auf ihr Outing angesprochen ist Christine Hödel zwar der Auffassung, dass die Seher ein gewisses Recht darauf haben, zu wissen, wer die Kandidaten denn eigentlich sind, aber irgendwann muss damit auch Schluss sein. »Es sollten nur meine Musik, mein Album und meine Live-Auftritte zählen, nicht das Lesbisch-Sein. Das möchte ich zukünftig nicht im Mittelpunkt stehen haben. Es zählt Christine Hödl, die Musikerin, und nicht Christine Hödl, die Lesbe.«
Auf Conchita Wurst angesprochen und darauf, dass in einer Staffel gleich zwei Finalisten offen homosexuell sind, meint sie lachend: »Bis zu einem gewissen Grad zeugt das sicher von Toleranz. Vielleicht tun wir der österreichischen Gesellschaft Unrecht und wir müssen ihr gegenüber offener werden!«
Conchita Wurst: Ein ganz ein lieber Kerl, sehr zurückhaltend, so Hödl. Als Conchita Wurst spielt sie ihre Rolle perfekt, zieht sie beinhart durch, auch abseits der Kameras. »Ich ziehe meine Kappe vor ihr!«
Sido: Der Kontakt zur Jury Backstage war so gut wie nicht existent, aber Sido war für sie das ehrlichste und kritischste Jurymitglied. Dass gerade er, der knallharte Rapper, auf sie steht, hätte sie nie geglaubt.
Österreichische Musikszene: Die gibt es eigentlich nicht. Außer den Vertretern der Austropop-Szene (Fendrich, Ambros,..) fällt ihr nur die nach Deutschland emigrierte Christl Stürmer ein. Für nicht Mainstreamsänger gibt es kaum einen Markt und das ihre Musik polarisiert ist ihr nur zu bewusst, aber dazu stehe sie.
Songcontest: Ihr Produzent, Thomas Rabitsch, hat auch für Nadine Beiler, die Vertreterin Österreichs beim letzten Songcontest produziert. Für Christine Hödl ist das aber kein Thema. Sie stehe dem Songcontest eher kritisch gegenüber und es wäre auch zu viel an Arbeit.
Christine Hödl ist 35 Jahre und von Beruf Kindergärtnerin. Sie lebt seit vier Jahren mit ihrer 13 Jahre jüngeren Freundin zusammen, mit der sie inzwischen auch verpartnert ist. Die beiden haben eine Tochter, die mittels künstlicher Befruchtung mit Spendermaterial aus einer dänischen Einrichtung gezeugt wurde.