Wie bereits berichtet, kam es im Sommer zum Abbruch der CSD –Parade in Split. Nun hat ein Gericht in Zagreb eine erste Verurteilung ausgesprochen – 1 Jahr Gefängnis und 3 Jahre auf Bewährung für einen Gegendemonstranten.

Nun wurde das erste in einer Reihe von Verfahren abgeschlossen, die sich mit den gewalttätigen Demonstrationen gegen den CSD in Split im Sommer dieses Jahres auseinander setzen. 10.000 Menschen hatten damals gegen die Veranstaltung protestiert und es war auch zu Gewalttätigkeiten gekommen, die mit einigen Dutzend Festnahmen und Anzeigen geendet hatten.
Bei dem Prozess ging es um einen 34-jährigen Fußballfan, der durch seine homophoben Parolen, die er während der Parade geschrien hatte, besonders aufgefallen war. Der Richter verurteilte den Mann zu einen Jahr Gefängnis bedingt und zu drei Jahren auf Bewährung. In der Urteilsbegründung befand der Richter »dass die Parolen besonders erniedrigend und bedrohend gewesen seien!«
Der Angeklagte zeigte sich reuig und geständig und betonte, dass er nichts gegen Menschen mit anderer sexueller Orientierung habe. Er entschuldigte sich, er habe sich von der Masse rund um ihn mitreißen lassen und es seien auch keine anderen Parolen gewesen, als bei Fußballspielen den Fans der gegnerischen Mannschaft zugerufen werden.
Der Richter wertete diese Aussage allerdings so, dass es eher doch nicht um einen Ausrutscher, sondern um eine prinzipielle Sache ging. Dutzende weitere Verfahren sind anhängig. Man wird abwarten, ob dieses Urteil Beispielcharakter hat, oder eine Ausnahme darstellt.
Der erste CSD in der kroatischen Adriastadt Split musste im Juni nach brutalen Übergriffen von Gegendemonstranten abgebrochen werden. An die 10.000 Homofeinde hatten die rund 300 CSD- Teilnehmer angegriffen und bewarfen diese mit Steinen, Feuerwerkskörpern, Eiern, Gläsern und Flaschen. Dabei riefen sie Parolen wie »Bringt die Homos um!« oder »Tötet die Schwuchteln!«
(Gayboy berichtete).