Als vollkommen durchgedreht könnte man die neusten Ansinnen von »gefakten« christlichen Fundamentalisten und einem Bürgermeister aus Peru bezeichnen. Erstere verbildlichten die Lügen des Internets, indem fiktiv ein Konsolenspiel dafür verdammt wurde, die Spieler schwul zu machen. Ein peruanischer Bürgermeister sorgt sich sogar um das Trinkwasser seiner Gemeinde, durch das die Bewohner schwul werden.

Achtung Irrsinn: Trinkwasser macht schwul!
Regelmäßig fantasieren streng gläubige Fundamentalisten und konservative Politiker über Dinge dieser Welt, die die Erdenbürger zur Homosexualität verführen, ja sogar ungewollt schwul machen könnten.
Trinwasser macht Bewohner schwul
So auch aktuell der Bürgermeister aus Huarmey, einer peruanischen Stadt mit rund 16.000 Einwohnern. José Benítez fürchtet, dass das zugeleitete Trinkwasser aus der benachbarten Stadt Tabalosos die Bewohner schwul macht. Das Stadtoberhaupt begründete seine Ängste mit dem hohen Strontium-Gehalt im Trinkwasser. Dieser würde die männlichen Hormone regelrecht killen und die Homo-Rate der Bewohner drastisch ansteigen lassen.
Benítez beruft sich dabei auf einen zehn Jahre zurückliegenden TV-Bericht des Senders »Channel 4«, in dem behauptet wurde, dass in Tabalosos vorwiegend Schwule leben würden, do dort ein überhöhter Strontium-Gehalt im Trinkwasser nachgewiesen wurde. Damals reagierten die Bewohner von Tabalosos empört und verklagten (erfolglos) den Sender. Der Bürgermeister von Huarmey lässt allerdings die Mythen und Märchen aus vergangenen Tagen weiterleben.
Die Macher der amerikanischen Website »Christwire« hingegen stellte die Behauptung ins Netz, dass das Videospiel »Skyrim« seine Anwender homosexuell machen würde. Bei einer Umfrage unter den Spielern hätten 92 Prozent angegeben, Homo-Sex ausprobieren zu wollen.

Achtung Satire: Eine »typisch schwule Handbewegung«, die mit dem »Abspritzen von schwulen Männern« verglichen wird …
Fanatsy-Spiel verleitet zum schwulen Arschlecken
Im der im November erschienenen fünften Fortsetzung des beliebten Konsolenspiels »The Elder Scrolls V: Skyrim« können die Spieler gegen Dämonen und Drachen kämpfen und neuerdings sogar einen gleichgeschlechtlichen Partner ehelichen. Die Handbewegung, mit der ein Spieler in dem Phantasy-Rollenspiel einen vernichtenden Feuerstrahl in Richtung seines Feindes schicken kann, wurde als männliche Ejakulation interpretiert.
Es sei die typische »Handbewegung von Schwulen, die sich nach einer langen Nacht voller fäkaler verzückter Arsch-Attentate, ihre dämonischen DNA-Säfte entgegenspritzen«, ist auf der Website von »Christwire« zu lesen. Mit dem Titel des Spieles »Sky
rim« wollen die Macher versteckt auf die Sexpraktik des Arschleckens, die »Schwule so gerne ausführen« hinweisen, wird da weiter fantasiert.
User und Homo-Aktivisten reagierten empört und lösten in Foren und Online-Communities einen regelrechten Proteststurm aus. Einige fragten sich, ob es sich bei »Christwire« in Wirklichkeit nicht um eine fundamentalistisch-irre Überzeugung, sondern um einen professionell aufgezogenen »Fake« handeln könnte. Sie sollten Recht bekommen.
Die Autoren von »Christwire« wollen mit ihren überspitzt dargestellten Inhalten satirisch auf die typisch falschen Argumentationsmuster der »echten« christlichen Fundamentalisten hinweisen und mit ihren erfundenen »Skandalen« aufzeigen, wie unsere Welt real ist und wie solche homophoben Menschen in Wirklichkeit ticken.
Der Humorist Stephenson Billings, der für die Satire-Webseite »Christwire.org« arbeitet, ging in seinem humorvollen Vorgehen gegen christlichen Fundamentalismus sogar so weit, eine Petition gegen »Skyrim« auf der Webseite des Weißen Hauses einzureichen. Darin fordert er, dass dieses Spiel sofort verboten und alle Kopien vernichtet werden sollen. Alle Besitzer von »Skyrim« sollen sogar »mit der vollen Härte des Gesetzes verfolgt« werden.
Als Begründung hinterließ Billings die Anmerkung, dass »Skyrim« durch »sexuelle Perversion und Homosexualität« das »christliche Fundament, auf dem unsere Nation fußt« bedrohe und bei Jugendlichen »psychische und geistige Schäden« hervorrufe.