Erstmalig hat sich jetzt ein Profi-Funktionär eines US-Sportteams als homosexuell geoutet. Der Präsident und Geschäftsführer des NBA-Clubs »Phoenix Suns«, einer Profi- Basketball- Mannschaft aus Phoenix (Arizona), entschied sich zu diesem Schritt, weil er schwulen Sportlern helfen und sich selbst befreien wollte.

Der Präsident des NBA-Clubs »Phoenix Suns«, Rick Welts, hat sich Anfang der Woche in einem Gespräch mit der »New York Times« als schwul geoutet. Bislang haben wenige homosexuelle Sportler ein Outing gewagt. Zu groß ist die Angst vor den Reaktionen des Teams, der Fans und vor einem Karriereeinbruch. Welts wolle mit seinem Schritt an die Öffentlichkeit »die Stille durchbrechen, die immer noch über dem Thema Homosexualität im Männersport liegt«.
»Dies ist eine der letzten Branchen, in denen das Thema noch tabu ist«, so der 58-Jährige im Interview mit der »New York Times«. Er - der seit 40 Jahren in wechselnden Funktionen in der NBA tätig ist - habe sich diesen Schritt wohl überlegt, geplant und nicht einfach ungeschickt geplaudert.
Im Profi-Sport - egal ob auf aktiver oder Funktionärs-Ebene - wo Homosexualität noch mit Schwäche verbunden wird, verlangt die Gesellschaft stereotyp Leistungsfähigkeit, Dominanz, Durchsetzungsvermögen und Stärke. Dies wollte Welts mit seinem Outing jetzt durchbrechen und jungen Sportlern Mut geben, die wegen ihrer Sexualität Zweifel bezüglich ihrer sportlichen Karriere hegen.
Er selbst empfindet diesen Schritt als Befreiung. Musste der Profi-Funktionär doch im Jahr 1994, als sein langjähriger Partner an den Folgen von Aids verstarb, für sich ganz alleine Trauern. Seiner Sekretärin sagte Welts damals, dass ein guter Freund gestorben sei und er sich deshalb zwei Tage frei nehmen würde.
Positive Reaktionen aus Macho-Liga NBA überraschen
Seit seinem Outing Anfang der Woche erhält der Profi-Funktionär von allen Seiten positive Rückmeldungen und Unterstützung. Der »Phoenix Suns«- Star Steve Nash, das Aushängeschild des TEams, teilte mit, er habe sich gewundert, als Welts sich im anvertraute. Er sei davon ausgegangen, dass sowieso allgemein bekannt ist, dass sein Präsident schwul sei.
Auch Suns-Coach Alvin Gentry beglückwünschte Welts für den mutigen Schritt: »Ich weiß, dass er seinen Job großartig macht. Alles andere ist irrelevant. Ich freue mich für Rick, denn damit fällt eine große Last von seinen Schultern.«
Suns-Eigentümer Robert Sarver ließ gar wissen, das Outing seines Angestellten sei für seinen Klub »weitgehend ein Nichtereignis«. Der Rest der NBA sah das anders: Welts erhielt Dutzende von SMS und E-Mails mit Zuspruch aus der gesamten Liga.