Wir alle müssen gegen homophobes Mobbing an Schulen kämpfen – egal, ob schwul, lesbisch oder hetero. Im neuen Kampagnen-Video der irischen LGBT-Organisation »BeLonG To« wird gezeigt, was man bewegen kann, wenn alle an einem Strang ziehen. Unser (zweites) Video der Woche.

Was das Thema Homosexualität anbelangt, steht Irland etwas zwiespältig dar. Homosexualität ist seit 1993 legal, Antidiskriminierungsgesetze gibt es auch. Eine Lebenspartnerschaft wird seit 1.1.2011 gesetzlich anerkannt, einer Studie aus dem Jahr 2007 zufolge begrüßen dies 84% der irischen Bevölkerung.
Und doch gibt es da noch die andere Seite. Homophobes Verhalten ist in Irland nichts Unübliches, besonders unter Jugendlichen sinkt die Toleranz gegenüber Gleichliebenden immer mehr. Homophobes Mobbing an Schulen gehört zur Tagesordnung. Eine Studie aus 2009 ergab, dass mehr als die Hälfte der LGBT-Teenager bereits in der Schule gemobbt wurden. Vier von fünf schwulen oder lesbischen Iren (nicht nur Teenager) sind wegen ihrer Homosexualität schon beschimpft worden; einer von vier wurde sogar deswegen tätlich angegriffen.
Ergreifendes Video soll aufrütteln
Die irische Organisation BeLonG To, die sich an LGBT-Jugendliche im Alter zwischen 14 und 23 wendet, will das nun ändern. Vorurteile gehören abgebaut, über Homophobie muss gesprochen werden. Auf ihrer Homepage ist zu lesen: »LGBT-Teenager gehören respektiert, man muss sich um sie kümmern – genauso, wie es bei allen anderen Jugendlichen auch der Fall ist. Wenn Jugendliche von ihren Familien, in der Schule und in der Gesellschaft unterstützt werden und sich dort sicher fühlen, erst dann können sie sich zu gesunden und verantwortungsvollen Bürgern entwickeln.«
Um dies zu erreichen, startete BelonG To nun die Kamapgne »Stand Up! LGBT Awareness Week!« (4.-15.April). Zum Start dieser Kampagne drehte man ein wirklich sehr ergreifendes Video, das zum Einen die Problematik in Schulen vor Augen führt, zum Anderen aber auch Hoffnung macht.
Was ist im Video zu sehen? Zwei schwule Jugendliche nähern sich langsam auf dem Nachhause-Weg an, halten Händchen. Da werden sie von einer Gruppe Möchtegern-Starker überrascht, die homophobe Witze machen und die beiden jungen Männer bedrängen. Einer der beiden läuft vor Angst und Scham davon – und kann seinem Freund in den nächsten Tagen in der Schule nicht mehr in die Augen sehen. Er zieht sich zurück, ist allein. Auch sein Freund ist unglücklich, kann an der Situation nichts ändern. Die Mitschüler bekommen aber Wind von der Sache – und als die Bullys wieder blöde Sprüche loslassen, steht einer der Mitschüler im Klassenraum auf und hält die Hand des schwulen Teens, der zuvor weggelaufen war. »I will hold your hand – Ich halte deine Hand« sagt er vor allen anderen.
Und plötzlich steht jeder der Schüler auf, hält die Hand der Freundin oder des Freundes. Egal, ob schwul, lesbisch oder hetero. Nur gemeinsam ist man stark. Und siehe da: Jetzt sind es die Bullys, die ziemlich blöd aus der Wäsche schauen. Die schwulen jungen Männer gehen am Ende des Videos Hand in Hand aus der Schule – und keinen kümmert‹s. Weil es schön ist. Und ganz normal.
Unser Video der Woche.
Anschauen, nachdenken und nachmachen!