Ende des vergangenen Jahres schockte die Selbstmordwelle vieler amerikanischer schwuler Jugendlicher die Welt. Stars erhoben auf unterschiedliche Art und Weise das Wort, um auf das Problem von Mobbing aller Art hinzuweisen. Die Sängerin Pink, bekannt für ihr soziales Engagement, setzt sich in ihrem neuem, schockierenden Musikclip »Fucking Perfect« mit dem Bullying-Problem auseinander. Unser Video der Woche.

Die Selbstmordwelle junger schwuler Jugendlicher aus den USA nimmt kein Ende. Ende 2010 haben sich sechs junge Teens das Leben genommen, weil sie von ihren Mitschülern gemobbt wurden – weil sie schwul waren. Weil sie sie selbst waren. Im Jänner 2011 gab es in Minnesota/USA einen weiteren Suizid eines 18jährigen jungen Mannes. Lance Lundsten wollte nicht mehr Leben, weil er aufgrund seiner Homosexualität diskriminiert und gemobbt wurde – allen voran auf Social Network-Sites wie Twitter oder Facebook. Sites, die unser Leben ja eigentlich schöner machen sollten.
Cyber-Mobbing ist schon seit geraumer Zeit – vor allem seit Populär-Werden von Facebook & Co – ein großes Problem. Eine europaweite Studie belegt, dass jeder vierte Jugendliche in Österreich gemobbt wird, jeder zehnte auch im Netz. Da werden bewusst peinliche Fotos hochgeladen und verbreitet, böse Kommentare auf Pinnwände geschrieben und sogar Hass-Gruppen gebildet. Dies kann sogar strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Sich bei Social Network-Seiten »einfach nicht anmelden« ist oft nicht so leicht – denn willst du in sein, musst du dabei sein.
Pink kämpft gegen Bullying
Die Sängerin Pink (»So what?!«) ist bekannt für ihr soziales Engagement und ihr direktes Ansprechen von heiklen Themen. Im Oktober 2010 wurde sie mit dem Menschrechts-Award »Ally for Equality Award« der Human Rights Campaign für ihr Engagement im Kampf um Gleichstellung von homosexuellen ausgezeichnet
(Gayboy.at berichtete). Bei der Preisverleihung sprach sie auch das Bullying gegen homosexuelle Jugendliche an. Ihre Kampfansage: »An alle Bullies: Wenn ihr wirklich euren Frust an jemand ablassen wollt: kommt und findet mich!« Und weiter: »Es gibt ein Leben nach der High School. Ich wünschte, mir hätte das jemand gesagt. High School sucks. Aber das Leben nach der High School ist umwerfend: Da warten Leute mit offenen Armen, die dich für das schätzen, was Du bist.«
Im Video zu ihrem brandneuen Song »Fucking perfect«
(siehe unten) behandelt Pink erneut das Problem des Bullyings. Mit berührenden, zum Teil schockierenden Bildern (angeblicher Selbstmord in der Badewanne), die unter die Haut gehen, zeigt die Sängerin, was dumme und gedankenlose »Streiche« und Hänseleien anrichten können: Hier werden Leben und Seelen zerstört. Der Clip endet aber hoffnungsvoll: das junge Mädchen wird zu einer selbstbewussten jungen Frau, die nun selbst eine Tochter hat und ihr zuflüstert: »Du bist perfekt für mich.«
So auch der Refrain des Songs:
»If you ever feel like you’re nothing - You’re fucking perfect!«
Wenn ihr selbst Opfer von Mobbing-Attacken seid oder gewesen seid: Nehmt euch Pinks Worte zu Herzen. Ja, es wird besser. Und es gibt Leute, die euch lieben. Und alle anderen – mal ganz ehrlich, sind es die überhaupt wert?
Adressen für Mobbing-Opfer:
http://rataufdraht.orf.at
www.saferinternet.at/themen/cyber-mobbing/
www.kija.at
www.schueler-mobbing.de
http://mobbing.seitenstark.de
www.repage3.de/member/ich-bin-ich/schoolteenmobbing.html