Der erste indische Bollywood-Film, der explizit die Liebe zwischen schwulen Männern als Thema hat, soll im Mai 2010 in die indischen Kinos kommen. Der Film mit dem Titel »Dunno Y Na Jaane Kyun« wird schon jetzt als Indiens Pendant zu »Brokeback Mountain« gehandelt.

Die Produktionsfirma von »Dunno Y Na Jaane Kyun« veröffentlichte vor dem Filmstart dieses Promo-Bild.
Nachdem Indien erst im Juli 2007 das aus der Kolonialzeit stammende Homo-Verbot aufgehoben hat
(Gayboy berichtete), präsentiert die populäre Bollywood-Filmbranche des Landes erstmals eine sexuelle Schwulenbeziehung in einem kommerziellen Streifen. »Der Film ist die Antwort von Bollywood auf den Hollywood-Film ›Brokeback Mountain‹«, so der indische Filmkritiker Pawan Sharma.
Der von Regisseur Sanjay Sharna, einem der bekanntesten Regisseure und Produzenten Indiens, in englischer Sprache inszenierte Streifen schildert die Beziehung zwischen zwei Männern mit derselben Ehrlichkeit wie eine Beziehung zwischen Heterosexuellen, so die Presse. »Wenn es ein Mann und eine Frau wären, würden sie es so zeigen, wie im Film dargestellt, also warum soll das bei zwei Männern anders sein? Wir haben Vertrauen in das indische Publikum, das nach der Aufhebung des Paragraphen 377 reifer geworden ist. Insofern kommt die Filmthematik wohl zur rechten Zeit«, so Sanjay Sharna.
Erster Homo-Kuss in Bollywood-Film
Ein Novum in diesem schwulen Bollywood-Streifen ist ein inniger Kuss zwischen zwei Männern. Der heterosexuelle Schauspieler Kapil Sharma, der in seiner Rolle »seine Moral hinten anstellt, um in der Filmbranche voranzukommen«, sagte in einem vor kurzem geführten Interview, dass er anfangs Schwierigkeiten mit den »Sexszenen« hatte. »Mental war ich schon vorbereitet, aber als die Dreharbeiten begannen, bin ich nervös geworden, weil ich es vor der Kamera machen musste. Besonders schwierig für mich war eine Schwulenparty-Szene«, wurde er in der Zeitung »Times of India« zitiert.
Trotz Legalisierung ist Homosexualität ein Tabu
Der seit 1861 gültige Paragraph 377 des Strafgesetzbuches, stellte »geschlechtliche Aktivitäten gegen die Natur« unter Strafe und wurde hauptsächlich gegen Homosexuelle eingesetzt. Vergehen konnten mit bis zu zehn Jahren bestraft werden. Die Aids-Gruppe »Naz« hatte gegen das Gesetz geklagt, weil es ihre Arbeit im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit behindere. Das Hohe Gericht in Neu-Delhi gab den Aktivisten recht und kippte in einer historischen Entscheidung den Paragraphen.
Trotz der Legalisierung von Homosexualität ist diese in Indien noch immer ein Tabu. Daher dürfte auch der Film »Dunno Y Na Jaane Kyun« auf Widerstand stoßen. Manvendra Singh, einer der führenden Aktivisten für die Rechte von Schwulen in Indien, sagte, er sei sicher, dass der Film bei seinem Kinostart Proteste von religiösen und politischen Aktivisten mit sich bringen wird. Aber er finde es gut, dass die Debatte eröffnet werde. »Es könnte eine Gegenreaktion geben, aber solange es nicht in eine vulgäre Richtung geht, kann es dazu beitragen, dass das Publikum sensibilisiert wird«, wurde er von indischen Medien zitiert.
2008 wurde Bollywood-Film wegen schwulen Charakteren gerichtlich verboten
Ende November 2008 verbot ein pakistanisches Gericht einen Bollywood-Film, weil darin zwei (heterosexuelle) Inder vorgeben, ein schwules Paar zu sein. Drei Tage später hob es das Verbot aber wieder auf, nachdem die indischen Produzenten vorgesprochen hatten
(Gayboy berichtete). Das Gericht argumentierte, dass der Film »Dostana« (»Freundschaft«) »Homosexualität fördert « und daher pakistanischem Recht widerspreche.