Die Hamburger Polizei spricht von einem Verbrechen, das in dieser Form so noch nicht gegeben hat. Im Hamburger Gay-Viertel St. Georg soll ein 35-Jähriger einen 20-Jährigen nach der Sperrstunde in einem Lokal mit einem Messer schwer verletzt und vergewaltigt haben.

Das marokkanische Café »Najmi Coffee« in der Danzinger Straße war am Wochenende in der Nacht von Samstag auf Sonntag Schauplatz des Verbrechens. Gegen 2.40 Uhr, das Café hatte bereits Sperrstunde, bedrohte ein 35-jähriger Marokkaner einen noch anwesenden 20-Jährigen, ebenfalls marokkanischer Herkunft, mit einem großen Küchenmesser, um ihn zum Sex zu zwingen. Das Opfer wehrte sich in einem Kampf, der so heftig ausfiel, dass die Einrichtung des Lokals zum Großteil verwüstet wurde. Einrichtungsgegenstände sollen sogar durch die große Scheibe auf die Straße geworfen worden sein.
Ein anderer ebenfalls 20-Jähriger wollte dem Opfer zu Hilfe eilen, wurde aber vom Täter mit dem Messer im Gesicht verletzt. Er konnte allerdings zu einer nahegelegenen Polizeistation flüchten und Hilfe holen.
Die Polizei fand in dem zertrümmerten Café den durch Stichwunden in der Brust und Verletzungen am ganzen Körper misshandelten jungen Mann, der von dem Täter nach der Messerattacke auch vergewaltigt wurde. Im Krankenhaus wurde das Opfer notoperiert.
Im Zuge einer sofort eingeleiteten Fahndung konnte der Täter verhaftet werden. Wegen Fluchtgefahr erließ ein Richter auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl. Dem Mann droht wegen Vergewaltigung und schwerer Körperverletzung eine langjährige Haftstrafe.