Regisseur Rob Williams (»Long-Term Relationship«, »Back Soon«) hat sich in seinem neuen Film auf die Suche nach den Facetten schwuler Paarbeziehungen gemacht. Ganz in der Tradition von »The Broken Hearts Club« lässt er acht unterschiedliche schwule Männer verschiedenen Alters in einer entlegenen Berghütte aufeinandertreffen. Seine Message: »Schätze die Menschen, die in Dein Leben getreten sind, egal ob Freund, Liebhaber oder Familie ... Folge einfach deinem Herzen.«

Williams, der selbst seit 15 Jahren in einer festen Beziehung lebt, reagiert mit seinem neuen Film »3-Days-Weekend« auf den Fakt, dass auf den einschlägigen Festivals kaum noch Filme zu finden sind, die sich auch mit der Liebe unter älteren schwulen Männern auseinandersetzen. Sein Fable für den sogenannten Ensemble-Film ermöglicht es ihm, das Thema Liebe, Sex und Beziehung unter schwulen Männern nicht nur facettenreich und altersübergreifend zu betrachten, sondern auch die Biografien seiner acht Protagonisten und die Art und Weise wie sie mit der Liebe in ihrem Leben umgehen näher zu beleuchten, ohne die Berghütte auch nur einmal mit filmischen Rückblenden zu verlassen.
Williams hat eine Art Kammerspiel inszeniert mit viel nackter Haut und einer Handvoll Klischees, die allerdings bestens funktionieren. So laden das Langzeitpaar Simon und Jason ihren Freund Cooper und dessen zwanzig Jahre jüngeren Lover Ace zu einem langem Wochenende auf ihre luxuriöse Berghütte ein.

Um dem ganzen etwas Pepp zu verleihen, darf jeder einen schwulen Single mitbringen. Und so gesellen sich zum Quartett drei skurrile Typen: ein verdammt gut aussehender ehemaliger College-Kollege, ein Nackt-Yoga-Lehrer, ein verklemmter Arbeitskollege und ein Luxus-Callboy, der mit seinem Erscheinen das gesamte Wochenende bedroht und als dramaturgischer Störfaktor mühsam aufrecht erhaltene Scheinwelten zum Einstürzen bringt - eine gute Ausgangsgrundlage, um wieder bei sich selbst anzukommen und Auseinandersetzung zuzulassen. »Ich bin stolz darauf, dass in meinem Film alle acht Männer offen schwul leben und ihre sexuelle Neigung nicht einmal hinterfragen. Für jeden dieser Charaktere ist das Schwulsein ganz normal und das wird nicht einmal in Frage gestellt«, erklärt Regisseur Williams, der einfach mal einen Film machen wollte, der genau das zeigt, ohne als Trash-Komödie daher kommen zu müssen.

»Die Leute wollen einfach wieder mal Filme sehen, die auch ihr tatsächliches Leben widerspiegeln. Und da geht es eben auch um Themen wie die mögliche Heirat, Kinder großziehen oder der Umgang ihrer Familie und Arbeitskollegen mit Homosexualität. Schwules Leben ist eben nicht nur Sex. Wir befinden uns filmisch gesehen gerade in einer Phase, die man in bestimmten Filmkreisen als ›Post-Gay‹ bezeichnet, wo es in Filmen eben nicht mehr hauptsächlich darum geht, das man eben schwul ist. Das gibt mir als Filmemacher tatsächlich die Möglichkeit mich mehr auf das Geschichtenerzählen zu konzentrieren.«
So lässt Williams die Figur des Callboy Andre geschickt als letztes in der Berghütte auftauchen. Und als drei der bereits Anwesenden diesen aus früheren Zeiten zu kennen scheinen, werden in der idyllischen Bergwelt eine Geschichtenlawine und Vorurteile freigesprengt, die Williams mit Witz und kritischer Ironie unter die Lupe nimmt ...
3-Day Weekend
Spielfilm, USA 2008, 84 Minuten, FSK 16
VÖ: Juli 2009, Pro Fun Media
Buch und Regie: Rob Williams
Darsteller: Chris Carlisle, Joel Harrison, Gaetano Jones, Derek Long, Derek Meeker, Douglas Myers, Daniel Rhyder, Stephen Twardokus
Sprache: Engl. OF mit dt. UT
Extras: verpatzte und geschnittene Szenen, »Rise« Videoclip, Trailer, Interviews, alternatives Ende, Audiokommentar
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