Es ist wie ein tägliches Katz und Maus spiel, wenn man im mittleren Osten versucht, ein Projekt für homosexuelle Öffentlichkeitsarbeit aufzubauen. Völlig willkürlich hat nun die arabische Regierung den Internetzugang zur Seite GayMiddleEast.com geblockt. Erst als Imageschäden befürchtet wurden, machten sie es rückgängig.

Die arabische Regierung hat soeben die Internetblockade für eine Seite mit homosexuellem Inhalten und Themen aufgehoben. Erst im vergangenen Monat hatte eine offizielle Stelle, die im Königreich für die Überwachung des Internets und dessen Nutzung zuständig ist, die Seite GayMiddleEast.com auf allen Rechnern des Landes gesperrt. Seit dem war sie von Saudi Arabien nicht mehr zugänglich. Die Betreiber der Seite hatten daraufhin in vielen höflichen Emails und per Fax an höhere Autoritäten versucht, dass die Seite wieder freigeschalten wird. Doch alle Versuchen waren vergebens, es kam keine Antwort. Erst durch die vormaligen User, die den Betreibern mitteilten, sie hätten wieder Zugriff auf die Seite, erfuhren sie, dass offensichtlich nach einem Monat die Blockade aufgehoben worden war.
A.S. Getenio, der Manager von GayMiddleEast.com, meint: »Es scheint, dass Saudia Arabien befürchtet haben muss, in schlechte Schlagzielen zu geraten, weil sie die Seite gesperrt haben. Die Wiederzulassung der Seite erfolgte genau in dem Moment, wo das Land in einer wichtigen Phase einer Multi-Millionen Campagne mit den USA eingetreten ist. Diese ist dazu gedacht, dass Königreich als ein friedliebendes, modernes und aufgeklärtes Land nach außen hin darzustellen. Wir von GayMiddleEast.com hoffen, dass die Saudischen Autoritäten die Seite auch weiterhin für unsere Leser zugänglich lassen und dass dies nicht nur eine zeitweilige Zulassung der Seite ist, die dann wieder rückgängig gemacht wird, wenn die Kampagne vorbei ist.« Hoffen wir’s, denn im mittleren Osten ist das Thema Homosexualität nicht gerade ein Topschuss.