Wie der ORF berichtete hat eine Gruppe schwuler Schuhplattler die Vereine, die den alten bayrischen Brauch des Werbetanzes hochhalten, in Wut und Aufregung versetzt. Die Gruppe, die aus ausschliesslich homosexuellen Schuhplattler-Fans besteht, wurde 1997 in München gegründet und trägt den Namen "Schwuhplattler".

Die Mitglieder der "Schwuhplattler", die des öfteren gemeinsame Ausflüge unternehmen, stossen bei den althergebrachten traditionellen Vereinen auf eine riesige Mauer aus Dornen. So machen Christian Brüderl vom Pidinger Trachtenverein "D'Staufenecker" diese schwulen Männer wütend, schliesslich handle es sich beim Präsentieren des Schuhplattlers nicht um eine Show, sondern um einen Brauch, "den wir von unseren Vorfahren überliefert bekommen haben".
Der Grund für die erneut entflammte Aufregung ist nun ein Wochenend- Ausflug der schwulen Schuhplattler zum Hochstaufen bei Piding. Christian Brüderl kann nicht verstehen, dass schwule Männer und dann auch noch welche in ihren fortgeschritteneren Jahren den eigentlich als "Werbetanz für einen Buben, wenn er ein Dirndl gern mag" geltenden Tanz so als eine reine Darstellung "missbrauchen" würden. "Die sind ja - was ich weiß - im fortgeschrittenen Alter. Das steht ihnen ja gar nicht mehr so zu." Doch Sepp Stückl, Vorsitzende der "Schwuhplattler", sieht das ganze ein bisschen differenzierter: "In Oberbayern hat er Recht, weil da noch so viel Jugend da ist. Aber wenn ich mir die Münchner Vereine anschaue, da gibt es einen, die platteln schon nicht mehr, die machen nur noch Volkstanz, weil das Durchschnittsalter 65 ist. Ich habe einmal scherzhaft gesagt: Obwohl wir nicht für unseren Nachwuchs selber sorgen, haben wir keine Nachwuchssorgen. Sie haben sich vielleicht doch vorgestellt, dass wir das nicht ernsthaft machen, dass wir vielleicht rosa Lederhosen oder sonst was anhaben." Nun ihren Ausflug machen die schwulen Schuhplattler trotzdem und den Schuhplattler tanzen sie weiterhin in traditionellen Trachten und professionell.